30.07.2005  RL ARCHIVE MAY 03 +++ My Brazilian Job: São Paulo – Good Vibrations im Concrete Jungle

2003 ist das Jahr, in dem sich nicht nur in Techno-Deutschland die Zeichen mehren, dass die fetten Jahre entgültig vorbei sind. Clubs müssen schließen, und die Verkäufe ebben ab. Ein Ausweg aus der zum Teil selbstverursachten Krise scheint wie immer ein Blick über den Tellerrand: Brasilien ist einer der wenigen Musikmärkte, der zur Zeit noch expandiert – obwohl den Majors weltweit die Felle davonzuschwimmen drohen, verzeichnen Sony und Trama Records in dem südamerikanischen Riesenland am Amazonas solide Zuwächse. In Brasilien ist musikalisch alles möglich: Mit seinen afrikanischen, hispanischen und indianischen Wurzeln schöpft das Land aus einer einzigartigen Vielfalt, denn es besitzt mit seinen komplexen Rhythmen, feurigen Paraden und ekstatischen Festen eines der exotisch-gemischtesten Kulturerben der Welt. Bereits vor vierzig Jahren kamen musikalische Innovationen aus Brasilien – die Erfindung des coolen Bossanova-Sounds wirkte sich Ende der Fünfziger Jahre massivst auf amerikanische und europäische Musikproduktionen aus. Hierzulande noch weitgehend unbemerkt entwickelt sich das seit Ende letzten Jahres vom Sozialisten und Ex-Gewerkschafts-Straßenkämpfer Luiz “Lula – Tintenfisch” da Silva regierte Land erneut zu einer der heißesten Musik-Produktionsstätten der Welt. Fernab vom hiesigen Loop-Gewitter und Elektropop-Geflitter formiert sich in der “Work Hard, Play Hard“-Millionenstadt São Paulo die wohl verheißungsvollste Nachwuchs-Produzentenriege der Welt.

29.07.2005  RL ARCHIVE JUL 04 +++ Red Bull Music Academy – Die Geschichte einer Marke, die kein Marketing braucht: "Uns interessieren Leute, die Dinge bewegen…"

Stell’ dir vor, du wärest einer der 60 DJs und Produzenten aus 33 Nationen, die aus über 2000 Bewerbern ausgewählt werden, um für 14 Tage in Länder wie Südafrika zu reisen und dort gemeinsam mit den anderen Teilnehmern eine Musikakademie zu besuchen. Eine Akademie, die Studio, Uni und Workshop zugleich ist und dessen Tutoren keine verknöcherten Theoretiker sind, sondern Menschen, die etwas bewegt haben mit ihrem Sound, ihren Erfindungen und ihren Ansichten. Musiker, die dich inspirieren, dir Mut geben, dir ihre Tricks, Träume und Techniken verraten. Stell’ dir vor, du wärest einer der Teilnehmer der jährlich stattfindenden Red Bull Academy, dem progressivsten Sponsoring-Projekt, das unsere Szene jemals gesehen hat.

20.07.2005  RL ARCHIVE FEB 02 +++ The Extension Of Poland – Techno in Poznan

Rechts von unserer wohlgenährten Bundesrepublik liegt ein Staat, der spätestens seit dem Fall der Mauer näher ins Blickfeld der Deutschen gerückt ist, zumeist im Kontext mit steuerfreien Zigaretten und Armeerestbeständen: Polen. Ein Land, das nach dem zweiten Weltkrieg zwangsläufig nach links verlegt wurde und bis zur Solidanos, dem 1989er Gewerkschaftsaufstand, unwiderruflich hinter dem eisernen Vorhang verschwand. Seit dem Fall des Kommunismus ist die Grenze auch für die polnischen Menschen wieder passierbar: In der leeren Mitte von Berlin um das desolate Gebäude, in dem sich der renommierteste Techno-Anlaufpunkt der Stadt verbirgt, finden sich nicht nur zur Love-Parade-Saison zahlreiche dauergeparkte Fahrzeuge mit schwarzen Nummernschildern, in denen zusammengekauerte Gestalten ein kleines Power-Schläfchen halten, bevor sie wieder 500 Kilometer in Richtung Heimat düsen. Der Tresor ist im Laufe der Jahre zu einer Art Pilgerstätte für die Jugend aus dem Ost-Block geworden – die magische Anziehungskraft von Techno hat mal wieder zu einer grenzenübergreifenden Völkerverständigung geführt.

19.07.2005  RL ARCHIVE NOV 03 +++ MP3 Downloads: Illegal = scheißegal?! Ist Copy right oder copy wrong?

Auch wenn wir, techno-, house- und elektrophilen Plattenkäufer und Spartenmusikfreunde als Genießer von Nischenmusik, die niemals die Popularität von Pop, HipHop und R’n’B erreichen wird, eigentlich mit der Massenhysterie der weltweiten Musikindustrie nichts am Hut haben – die Konsequenzen der Ex- und-Hop-Mentalität von Millionen Musikkonsumenten betreffen uns alle. Früher oder später wird eine neue Gesetzeslage uns dazu zwingen, für unsere Hörgewohnheiten im Netz genauso zu bezahlen wie im Laden auch.

19.07.2005  RL ARCHIVE APR 02 +++ Certificate 18 Label-Report: Hier kocht der Chef

In England wie in Deutschland sind Filme verschiedenen Einstufungskriterien ausgesetzt, Vorschriften wie Altersbegrenzungen gelten zum Schutz des zarten, minderjährigen Individuums. Filme mit dem Label Certificate 18 setzen also wegen ihres Sex- und Gewaltpotenzials Volljährigkeit voraus… Obwohl die in Großbritannien erst mit 21 in ihrer ganzen Pracht ausgesprochen wird. Zumindest darf man ab 18 schon wählen, saufen und gewaltverherrlichende und sexstrotzende Filme gucken. Doch dies ist jetzt kein Artikel über Prügel-Flics und Pussy- und Prengel-Pornos. Obwohl der Name Certificate 18 wohl indirekt darauf Anspielung nimmt, wird er dem einen oder anderen Drum’n’Basser und Freunden des gepflegt-schrägen Beats eher in einem anderen Zusammenhang ein Begriff sein.
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