12.12.2005  RL ARCHIVE FEB 02 +++ "Das Heim ist tot - lang lebe das Stammheim!". Ein Nachruf an eine temporäre autonome Zone

2024 n. Chr.: 4 Milliarden Raver weltweit. Die falschen Werte... Die falschen Propheten... Die falschen Platten... Was ist passiert? Fest steht nur eins: vorläufig gegen das Schlimmste gab es bis zum Jahre 2002 einen Club, der frei nach dem Prinzip Hoffnung funktionierte, Stammheim genannt. Für seine Verehrer war es schlicht das „Heim" - für seine Gegner ein Dorn im Auge. So ward erst einmal Schluss mit lustig. Nichts ist mehr, wie es noch nie war.

08.12.2005  RL ARCHIVE OCT 03 +++ Detroit Love & Techno Soul: Back To The Roots of Moody Techno

Während der Detroiter Originator Derrick May heute der Zukunft voller Ungewissheit entgegensieht und Techno, wie er einst in Motown produziert wurde, für tot erklärt, zeigt sich eine neue Welle von europäischen Nachwuchs-Produzenten außerordentlich optimistisch. In der glorreichen Vergangenheit schwelgend und zugleich futuristisch, retrolastig und doch ikonoklastisch macht sich diese Riege von Musikern voller Respekt ans Werk und kreiert ihre eigene Vision von Detroit: Sie klingt romantisierend, nostalgisch, melancholisch – und hoffnungslos hoffnungsvoll.

08.12.2005  DJ MAG ONLINE ARCHIVE NOV 05 +++ South American Music Conference

Here is my honest evaluation of the clubbing scene in Buenos Aires which was posted on DJ Mag's webpage. A lot of people got in contact with me to congratulate me on the piece as they felt it somewhat captured some true aspect. But I also got critisised for my bold statements about the booking agency "monopolies" and was, in reaction to that, invited to meet one of the true big players. Read the piece about this experience (on DJ Mag Online?) shortly. I will keep you posted... Here my thoughts about one of the biggest parties of the year.

06.12.2005  RL ARCHIVE MAR 03 +++ Zwei Nächte in Delhi – Indiens Szene erwacht

Indien, einer der bevölkerungsreichesten und ärmsten Staaten der Welt, eint über 900 Millionen Menschen und ist anziehend und abschreckend, freundlich und fremd, krass und kontrastreich zugleich. Hierzulande schien der gigantische Subkontinenent allenfalls im Zusammenhang mit den nudelnden 303s des Psychedelic Trance zu existieren, bis in diesem Jahr eine aus England überschwappende Welle einen neuen Trend auslöste: Nicht nur die tradionell angehauchten Werke indischer Regisseure und Künstler erfreuen sich – im Andrew-Lloyd-Webber-Verschnitt – einer Renaissance, sondern auch junge Musiker im Sikh-Gangsta-Rappa-Style werden besonders von den modebewusst-kaufkräftigen, vollends integrierten Kids indischer Immigranten gefeiert, wie Charterfolge von Panjabi MCs “Mundian To Bach Ke“ beweisen. Auch in Deutschland begeistert die Bollywood-Bhangra-Musik – tradionelle Film-Musik unterlegt mit fetten Beats aus dem Punjab – die Leute, und schon stehen die Compilations à la “Asian Massive“ in den Läden.

01.11.2005  RL ARCHIVE FEB 03 +++ 1st Century Funk: "You can keep your fancy fills - this is about the groove!"*

Vor genau 38 Jahren nahmen der Soulbrother James Brown und seine legendäre Kombo das bahnbrechende "In The Jungle Groove"-Album auf. Darauf findet sich der "Funky Drummer (Bonus Beat Reprise)". Nach dem Intro von Brown setzte die Band für acht Takte komplett aus, und der Drummer Clyde Stubblefield spielte den bis heute meistgesampleten Drumloop aller Zeiten ein. Funk ward geboren. Aus diesem weltberühmten Breakbeat sind nicht nur die HipHop-Grooves der Siebziger und Achtziger Jahre entstanden, sondern auch alle Varianten der elektronischen Tanzmusik, die auf einem gebrochenen Beat basieren, sei es Jungle, Drum'n'Bass, Breakbeat, BigBeat und Breaks, lassen sich unter anderem auf den Output des Originators zurückführen. Die unregelmäßige Rhythmik des Clyde Stubblefield tauchte 1970 vielleicht zum ersten Mal im Bewusstsein des an den in westlichen Kulturen vorherrschenden, urig stampfigen Uffta-Viervierteltakt gewöhnten weißen Mainstream-Publikums auf, ist aber vielleicht so alt wie die Menschheit selbst: Die Roots der oft als "Groovemusic" bezeichneten Sounds liegen in Afrika. Die Technik, die synkopierten Beats nach vorne brachte, wird generell einem Menschen namens Kool DJ Herc zugesprochen.
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