25.07.2008  Andre Crom: Is There A Doctor in The House? +++ RL ARCHIVE 02.08

Die Diagnose kommt als Schock: „Sie leiden an Hypersemophosie.“ Oh nein, Herr Doktor. „Nun, keine Angst, Frau Patientin, das lässt sich heilen – es handelt sich um koordinationsstörungsbedingtes Ausdembeat-Tanzen.“ Therapiemöglichkeit: die soeben erschienene „Tomographie EP“. Auf Herz und Nieren durchleuchtet vom XTC-Ray geht es der bald schon wieder taktrein stompenden Patientin gleich viel besser.

20.07.2008  Marc Ashken sucht seine Tanzschuhe... +++ RL ARCHIVE FEB 08

“Have you seen my dancing shoes?” fragt Marc Asken, der neuromantische Englandraver, gleich zu Anfang seines ersten, gleichnamigen Longplayers, der Anfang 2008 auf Leftroom erscheint. Es ist Freitag oder Sonntag, und die Pre- oder Afterhour wird irgendwann irgendwie einfach zum Album. Der wie ein softgewordener Clockwork-Orange-Alex anmutende Londoner Marc, dem man bei einer wilden Eskapade auf dem vom Vollmond beschienenen Dach sein Herz schenken würde, legt mit seinem freimütigen Erstlingswerk ein bewegendes (sic!) Selbstzeugnis hin: Da lachen Freunde, da munkelt er im Dunkeln. Da heulen subliminal Ravesirenen. Dann klingelt das Handy, und der Rest wird dazugedichtet. Dazwischen verliert sich Marc im Moment nokturner Eskapaden.

19.07.2008  Bruno Pronsato: Hey Me, It’s You! +++ RL ARCHIVE FEB 08

„Why Can’t We Be Like Us?“ – so heisst der zweite Longplayer des amerikanischen Kuenstlers Bruno Pronsato, der im Januar auf Hello?Repeat erscheint. Spannenderweise vermag der Titel es, auf geheimnisvolle Weise zu reflektieren, was der Wahl-Berliner auch mit seiner Musik vermittelt: kollabierende Antiklimaxe und persoenliche Momentaufnahmen stehen im Kontrast zu abstrakten Szenarien; organische Instrumentierungen eroeffnen Panoramen, aus deren verschachtelter Architektur man dank unterkuehlter Technosounds und straighter Absichten wieder in den Minimal-Club zu finden vermag, wo dann auch genregerecht die Wade zuckt.

01.07.2008  Davide Squillace: “Ich will mein Schicksal nicht kennen!” ++ RL ARCHIVE FEB 08

Was wie eine perfekte Frauenzeitschriften-Headline daherkommt, bringt tatsächlich perfekt auf den Punkt, was den Reiz des Techno-DJs und Produzenten Davide Squillace ausmacht. Ein jugendlicher Laissezfaire-Style, der Weiterentwicklung und Neuerfindung in einem spannenden Kontext - zu den Outlets seiner innovativen Technosounds zählen nicht nur seine mittlerweile auf drei Labels herangewachsenen eigenen Imprints Minisketch, Titbit und MD500(ltd), sondern auch so respektierte Labels wie Ovum und CMYK - zulässt und vielleicht sogar voraussetzt, gepaart mit mediterraner Lebensfreude und südländischem Flair, das alles zusammengenommen macht den Neapolitaner zu einer der spannendesten (Wieder-)Entdeckungen im Techno-Kanon.

22.06.2008  Was macht eigentlich… Aril Brikha? +++ RL ARCHIVE JAN 08

Der schwedische Produzent und DJ Aril Brikha wird oft in einem Atemzug mit den Detroiter Produzenten Derrick May und den anderen Originatoren aus Motorcity genannt. Grund dafür ist sein 1999 auf Transmat-Sublabel Fragile Records erschienenes Debütalbum „Deeparture In Time“, das dem vorher so gut wie unbekannten Stockholmer direkt einen weltweiten Durchbruch bescherte. Mit dem direkt zum zeitlosen Klassiker mutierten „Groove La Chord“ definierte er neu, wie deep und seelenvoll und dennoch spannungsgeladen melodiöser Techno klingen kann, und führte so das Erbe von Kevin Saunderson et al weiter. Seit einiger Zeit nähert sich Aril sich soundtechnisch, wie sein neuen Longplayer „Ex Machina“, bereits Mitte 2007 auf Peacefrog erschienen, sowie einige vorher auf Kompakt und Pokerflat erschienene EPs einer zeitlosen Form von Trance an, beweist. Kraftvoll schöpft er aus dem reichhaltigen Fundus von Sounds, das einst Progressive-Vertretern der frühen Northern-Exposure-Serie die Basis für ihren internationalen Erfolg bereitete.
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