16.10.2008  Techno Immigrants - Auslšnder rein! +++ RL ARCHIVE AUG 08

Berlin -- je mehr man diese sagenumrankte Stadt aus dem äußeren Orbit dieser Galaxie betrachtet, desto mehr zieht sie in ihren Bann. Das Schwarze Loch der elektronischen Musikkultur hat schon so manchen Feierling eingesaugt und erst am Dienstag vormittag wieder entlassen. Kein Problem: Die Sonnenbrille sitzt. Das ist nicht erst seit der Eröffnung von Ostgut/Berghain/Panorama Bar, Weekend, Club der Visionäre, Bar 25 und Arena so. Schon der/die multisexuelle Cousin/e meines Stiefonkels hielt es seinerzeit in Essen-Borbecks Spontiszene nicht mehr aus und trampte nur mit einer Banane bekleidet nach Berlin, um sich mit David Bowie in andere Universen zu dampfen. Knapp dreißig Jahre später treten die illegitimen Erben der Iggyziggypop-Generation einen von einer Fitnesskette gesponsorten Siegeszug an und erobern die Herzen des Ruhrpotts zurück: Die Love Parade zieht über den Dortmunder Highway of Berufsverkehr.

01.10.2008  Jeff Milligan - The Wonderer +++ RL ARCHIVE AUG 08

"In Berlin now", sagt das kleine Fenster neben dem Chat, "aber meine Platten sind in Slovenien“ -- Skype-Headlines aus der Realität eines DJs. Ein Dasein, das manchmal wirklich schlaucht: Heute sei ganz klar so ein Tiefpunkt erreicht, erklärt der Kanadier Jeff Milligan, seines Zeichens Revolver-Labelchef und Mike Shannons Longtime-Cynosure-Label-Partner in Crime. Jeff ist ein straighter Typ und nimmt daher kein Blatt vor den Mund. Beschönigungen, Romantisierungen, Schleimereien: Whatever!

29.09.2008  Gunne - Sinusoidal Organic Undulating Lovesongs +++ RL ARCHIVE JUL 08

Ein so schöner Albumtitel darf nicht einfach ungelesen im Nichts verpuffen und wird somit zur Überschrift, da sich somit ja auch gleich auch eines offenbahrt: Das Fantasievolle überholt im Tiefflug potentielle Attacken von Selbstinszenierung, die im Falle von Gunne eher in ein absolutes Understatement mutieren würden. Nicht nur im Zweifelsfalle sollte man einfach auf den Play-Button drücken und sich somit selbst ein Bild machen.

28.09.2008  Mark-Henning - Flitterbuggy Microcosm +++ RL ARCHIVE JUN 08

Mit dem seltsamen Grundgedanken, dass sein erster Longplayer einen Knackpunkt und zugleich eine bereits bewältigte Hürde darstellt , begibt sich Clevermusic-Netlabel-Chef Mark-Henning, bekannt für seine funky angetouchten „mnml“-Outings auf Labels wie Freude am Tanzen, Frankie, Einmaleins und Foundsound, in den wildwuchernden Clublandschaftsgarten des gepflegten Paradoxes und stellt sich dort mit leicht angeweichten Knien der wahren Herausforderung: Wird sein bester Kumpel, ein„classic vocal Houselover“, zu „Jupiter Jive“ genauso abfeiern können wie die Technolover? Fröhliche Neugier und skeptische Vorfreude auf Resultate bestürmen den frech (Speisekarten) samplenden Mark-Henning, dessen erster Longplayer interessanterweise auf dem schottischen Soma-Label landete. Zu recht.

28.09.2008  Akiko Kiyama - Musik als Sprache +++ RL ARCHIVE JUL 08

“Seven Years”: Was so klingt wie der Sequel-Titel eines japanischen Horrorstreifen à la „Der Fluch“, in dem jene von einer tödlichen Energie konsumiert werden, die mit ihr in Berührung kommen, ist in Wirklichkeit der Name des ersten Albums der Japanerin Akiko Kiyama (erschienen auf District of Corruption), eines der beeindruckendsten Erstlingswerke des Jahres. Was nicht ganz überraschend kommt, denn wer Akikos Releases auf Sud Electronic, Contexterrrior, Safari Electronique und Revolver kennt, weiß, wozu die kleine Japanerin, die in Tokyo und Berlin zu Hause ist, fähig sein kann (und ist auch nicht verwundert, dass ihre Tracks in Bookashade- und Hawtin-Mixen ihren Einsatz finden).
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