10.06.2006

Jetzt im Nie







Jetzt im Nie

Man kann im Leben nichts erzwingen
Was soll es denn auch bringen,
wenn man eines Menschen Freund und Leid
nicht teilt sondern vermehrt
Und doch: keine Schmerzen zu erfahren,
nicht der Dinge zu entbehren,
die man erhofft und braucht
ist das, was einen treibt
ist das, woran man glaubt.

Die Dinge die da kommen mögen
Der soll man sich verneigen
Was soll der Drang, es heut zu wissen
Man kann es eh nicht meiden
Wer hat und weiß und tut und mag
der ist der Dinge seelig
Wer braucht und will und nagt und plagt
der hat vom Leben wenig

Was soll ich tun, mich nötig’s sehr,
der bleichen Seel’ zu schmeicheln
Mit einem kleinen Hoffnungsstreich
jene Liebe zu erfahren
die ich zu geben mag
Das Leben ist ein Auf und Ab,
und ich bin in der Mitte
Und was mit einem Schritte nah,
entschwindet mit dem Tritte

Ich wünscht, ich könnt heut’ das erfahren,
was ich als Ernte bringe
Ich wünscht, ich könnt mich gleich erlaben
an der Konsequenz der Dinge
An den Farben, Strömen, Keimen,
die ich gepflanzt und die auch sprossen…
Nach wie vor und jetzt und hier
bin ich, die ich der Dinge harre
verschossen wie noch nie im Leben,
hoffend, wartend, zeitversetzt,
auf immer weniger und noch mehr.
Auf das, was er zu geben möge.

Wenn das Verlangen nach der Liebe
größer als die Liebe selbst
sind das Treibende die Triebe
Und nicht die Liebe selbst
Ich kann und will und muss und werd
der Einsicht zum Dank einlenken
und leben und leben und leben und leben
Und weiterhin das Meine geben.
Nur so kann ich frei von Bedenken
Das nehmen, was das Leben will schenken.

Katrin Richter


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