01.06.2006

F Com – French Touch +++ RL ARCHIVE JUN 01








Raveline: To The End, please – Taxifahrer: The end of what?

Zum mokiert-in-der-Ecke-Stehen ist heute gewiss keiner gekommen. Nachdem die letzten chicen, geladenen Gäste entweder die Tür oder die Bar gefunden haben, wo sie sich locker machen für das, was kommt, und die ersten zahlenden Gäste die silbrigen Treppenstufen hinunterströmen, kann der Spaß beginnen. Alexkid hat die Menge, bestehend aus Undercover London Glitzerati und International Ultra-Avantgarde, geschmeidig mit Deep House in den Abend geleitet, und nun ist Zeit für ein erstes Resumee. Eric Morand, der Chef des Labels F Communications oder F Com, die rechte Hand, wenn man Laurent Garnier als die Linke bezeichen kann, schaut angespannt, aber glücklich um sich. Er hat es geschafft, alle “seine” Newcomer, zusammen mit den bewährten Künstlern von F Com, in den Räumlichkeiten des legendären The End zu versammeln, um den siebten Geburtstag des Labels gebührend zu feiern. Einige kleine Klippen sind bereits gekonnt umschifft worden: Jori Hulkkonen war eigentlich für ein Drei-Hour-Set vorgesehen, aber von Norwegen aus eingeflogen verspätet sich der Finne, so dass Laurent bereits souverän die Party im Keller anlaufen ließ.

„Sieben ist einfach eine schöne Zahl“

Ja, das Plattenlabel F Com und seine Kinder rocken heute nacht London, nachdem bereits am 7. Mai dieses Jahres in Paris die Mutter aller Parties stieg. Heute, am 4. Juli, zieht F Com nun triumphal in The End ein, Mr. Cs (von The Shamen) Superclub an der Tottenham Court Road. Heute nacht sollen auch endlich mal wieder die Engländer in den Genuss der Musik des französischen Superlabels kommen, und das siebte Bestehungsjahr von F Communications zu feiern. “Ja, es gibt uns nun schon sieben Jahre, und irgendwie haben wir das seit unserem ersten Geburtstag nicht mehr so richtig publik gemacht und nach außen kommuniziert,” sagt Eric Morand. Daher wurde beschlossen, diesmal tabula rasa zu machen. Auf jedem Release in diesem Jahr ist daher nun ein kleiner Sticker zu finden, der aus das Jubiläum hinweist. Nimmt man die Aussage von den beiden Begründern, Eric und Laurent, gibt es viele Gründe zu feiern, also packen sie’s an. ”Sieben ist einfach eine schöne Zahl,” findet Laurent, der Schöngeist. “Aber hinter der Zahl steckt eigentlich noch mehr,” sagt Eric, der Labelmann: “Die sieben Newcomer Artists, die eigentlich alle in diesem Jahr ihre Debutalben bei F Com herausbringen, sind auch ein Grund.” Als nächstes wird dann das zehnjährige Jubiläum gefeiert, aber darüber macht sich heute abend keiner Gedanken.







F Com ist ohne Zweifel eines der bedeutendsten französischen Labels. Laurent Garnier ist ein Mann der ersten Stunde, und er machte schon damals keine halben Sachen, denn er ist heute einer der berühmtesten DJs überhaupt und wird wie Carl Cox oder Sven Väth als Legende der Technobewegung gesehen. Als einer der ersten Acid House-Pioniere überhaupt promotete Laurent von früh an den neün Sound, und es ist unter anderem ihm zu verdanken, dass Techno in Frankreich Fuss fasste. Während er nämlich 1987 im legendären Hacienda-Club in Mad Manchester die ersten sensationellen Erfolge feierte, hob Techno in Paris erst ab, als DJs wie Laurent in den späten Achzigern schließlich wieder heimkehrten und anfingen, Parties zu veranstalten. Laurent musste den Clubbesitzer des Rex lange bearbeiten, und erst als er behauptete, dass Techno-DJs wie Kevin Saunderson und Derrick May mit den Beatles und den Rolling Stones zu vergleichen seien, gab dieser nach. Das Rex war bald zum Synonym für die neü Musik geworden und das Gesicht dazu war Laurent.

Wake Up, Acid Eiffel

Selbst nach der erfolgreichen Etablierung gab es kaum einheimische Produktionen, und Labels nach Laurents großen Vorbildern a la Warp Records erst recht nicht. 1991 traf Laurent Eric Morand, einen Producer, mit dem Laurent bald in engem Kontakt stand. Laurents erste Veröffentlichung, die ‘French Conection EP’, ist die erste Produktion, die in Kollaboration der beiden entstand. Laurent kam, genau wie Shazz und Ludovic Navarre (alias Deepside), die ab den frühesten Neunzigern die Crème de la Crème der französischen Producer darstellten, bei der Dance Division von FNAC unter, wo Eric Morand dann auch bis 1994 als P&R-Manager tätig war. Laurents Tracks aus dieser Zeit, wie zum Beispiel ‘Acid Eiffel’ und ‘Wake Up’, waren die ersten international gefeierten französischen Releases. 1994 war es dann soweit. Laurent Garnier wollte sein eigenes Label gründen, und er fragte Eric, ob er sich vorstellen könne, sein Partner zu werden. Eric konnte, denn zu diesem Zeitpunkt hatte er FNAC bereits verlassen. F Communications war geboren.







In den ersten Jahren nach der Labelgründung konzentrierten sich Laurent und Eric auf die Etablierung ihres Labels als eine der treibenden Kräfte der Technobewegung, die sich langsam in Frankreich zu formen begann. Als einziges Label ihrer Art in ganz Frankreich fanden sie schnell internationale Anerkennung. Die beginnende Kriminalisierung des Techno trieb Erik in die Offensive, denn allzuschnell erfolgte die Verurteilung der Musik und auch deren Driving Forces, da schnell Musik und Drogen in einen Topf geworfen wurde. Er gründet die ‘Technopol Foundation’, um Presse und Medien ein Kontra zu bieten. Somit verlieh er einer ganzen Bewegung eine Stimme. Auch Laurent Garniers wutgeladenes erstes Album “Shot in The Dark” entstand in diesem Zusammenhang.

„Ich bin nicht Mister Techno“

Auch jetzt ist Eric immer noch sehr engagiert, aber von zahlreichen Positionen hat er Abstand genommen. “Ich bin nicht Mister Techno,” sagt er. “Mein Mitbestimmungsrecht bei der Pariser Techno Parade (die mitunter von Technopol initiiert wurde!) habe ich im letzten Jahr aufgegeben. Das lag unter anderem daran, dass die Veranstalter nichts Neüs wagen wollten, sich nicht öffnen wollten. Gerade die Einflüsse anderer Kulturen sind sehr wichtig, damit das Event nicht zu einer White-Techno-Kiddi-Affäre verkommt. Daran aber war den Organisatoren nicht gelegen. Hinzu kam, dass ich wegen jedem Pfurz von der Presse angerufen wurde und nach meiner Meinung zu Drogen, Techno, der Bewegung etc. gefragt wurde. Das war mir irgendwann über – ich bin nicht Mr. Techno, der zu allem eine Antwort hat. Sollen sie sich doch selbst mit der Materie beschäftigen, wenn es sie so interessiert.” Gerade jetzt hätte sich seine Telefonleitung unweigerlich warmgelaufen, wäre er noch das Sprachrohr und der Diplomat der Ravebewegung, denn in Frankreich werden zur Zeit massivst Alternativen zur Gesetzesänderung zum Thema “Illegale Raves im Freien” diskutiert.







Nein, Eric lebt und atmet F Com, obwohl er “jeden Tag” darüber nachdenkt, alles aufzugeben. Seit den frühen Tagen ist er der Mann, der F Com am Laufen hält, denn Laurent ist und bleibt Laurent Garnier, der Künstler. Neben seinem Hardcore-DJ-Schedule der letzten Jahre moderiert Laurent zahlreiche Radioshows und hält Residencies, nur um sich außerdem noch für das Label zu engagieren. Jede Woche trudeln hunderte von Tapes in der schönen Altbauoffice in Paris ein, die alle beide gewissenhaft durchhören. “Es ist größtenteils Scheiße, mehr noch als vor ein paar Jahren. Die letzten paar Wochen war allerdings sehr gutes Zeugs dabei,” sagt Laurent. Fast jeder, der bei F Com gesigned wurde, hat so Kontakt mit F Com aufgenommen. Für alle war F Com einfach das Label, für das sie den größten Respekt empfanden: “Ich produzierte für Jahre in meinem Schlafzimmer, und irgendwann schickte ich F Com ein Tape. Als mich meine Mutter aufweckte, und sagte, dass mich jemand von F Com sprechen wollte, habe ich natürlich im Traum nicht daran gedacht, dass es Eric sein könnte. Ich glaubte, dass einer meiner Kollegen versucht, mich zu verarschen, denn natürlich wussten alle meine Freunde, dass ich ein Tape nach Paris geschickt hatte,” erzählt Ludovico Llorca, der einer der jüngeren Artists bei F Com ist. “Als Eric mir anbot, mit F Com zu arbeiten, war ich wochenlang davon überzeugt, es müsse sich um einen Irrtum handeln,” sagt auch ReadyMade. Nicht nur auf musikalischen Ebene hegen alle einen großen Respekt für Laurent, sondern auch für Eric. Alle richten sich an ihn, wenn sie neü Tracks für F Com produzieren, denn Eric ist derjenige, der grünes Licht geben muss, damit ein Track auf F Com erscheint. Natürlich muss auch Laurent sein Votum abgeben. Letztesendes geht vieles aber nur an Laurent, wenn Eric es absegnet, weil Laurent viel unterwegs ist. “Ja, es kann frustrierend sein, wenn man zwanzig Tracks einreicht und Eric wählt elf und lehnt den Rest ab. Dann kommt hinzu, dass Eric unberechenbar ist. Man ist fest davon überzeugt, dass er den einen Track mögen und den anderen hassen wird. Natürlich kommt es dann anders herum,” lacht Alexkid.

F Com International

Die ersten Künstler, die sich dem Label F Com anschlossen, waren, genau wie Laurent, Frankreich’s Hoffnung in Sachen elektronische Tanzmusik. Lady B., Scan X, Taho und weitere Artists gehörten 1994 zu dem neugesignten Talenten des Labels, welches anfing, neben Techno weitere Genres zu erschließen und sich neuen Einflüssen zu öffnen, indem man das Repertoire erweiterte. Als bestes Beispiel dafür kann man den Producer St.Germain aka Ludovic Navarre sehen, der mit seiner einzigartigen Mixtur von Hip-Hop, House, Jazz und weiteren Elementen die Welt für diese Art von Musik zu begeistern wusste. Sein Album ‘Boulevard’ war ein großer Erfolg, was unter anderem an der Zugänglichkeit und Mellowness der Tracks lag. In Frankreich wandelte sich durch solche Downtempo-Experimente das Klima: elektronische Musik war mehr und mehr auch außerhalb der Clubs zu hören. 1998 erreichte Frankreich einen kleinen Höhepunkt: auf die Techno Parade kamen über 100.000 Menschen, um gemeinsam Techno in den Straßen von Paris zu feiern. Die Stimmung war eklektisch, als man sich auf den Arc de Triumphe zubewegte, und die Musik von ausgewählter Qualität. Laurent wurde zu dieser Zeit reichlich für seine Werke honoriert. Er gewann nicht nur den Victoire de la Musiqü, der eigentlich gar keine Kategorie für Dance und Electronica hatte, sondern wurde auch eingeladen, am dem Montreux Jazz Festival teilzunehmen. Weitere Artists, wie zum Beispiel Elegia, Juantrip und Nova Nova, produzierten in dieser Zeit für F Com, das sich so stetig erneürte. Nach dem Finnen Jori Hulkkonen, der schon seit ein paar Jahren mit F Com arbeitete, schloss sich nun auch ein Brite, Aqua Bassino, dem Label an. ‘Electronic with no limit’ im wahrsten Sinne des Wortes.

Flat Beat

Diese Popolarität des Labels und seiner Artists wurde bis jetzt nur von einem übertroffen: Mr.Oizos aka Qüntin Dupieux’ “Flat Beat”. Obwohl angenommen werden kann, dass die Massenhysterie auch teilweise von dem Levis-Spot mit Flat Eric himself hervorgerufen wurde, war der Track, ein dirty Housebeat, überall zu hören und die Platte verkaufte sich zwei Millionen mal. “Das war schon seltsam, weil die ersten beiden Tracks von Mr. Oizo, ‘1’ und ‘M-Seq’ nur innerhalb der Szene wahrgenommen wurden. Die Werbeagentur sah den Original-Kurzfilm, den Dupieux gemacht hatte, und mochte ihn, also änderte Dupieux den Track unwesentlich und aus Stephane wurde Flat Eric. Der Rest ist Geschichte. Viele Leute haben uns vorgeworfen, dass wir jetzt so kommerziell abgehen würden, aber dazu sage ich nur eins: Mr. Oizos Album ‘Analogü Work Attack’ wurde von den wenigsten verstanden. Es war im Prinzip das gleiche Konzept wie ‘Flat Beat’ und dennoch haben die meisten es nicht gemocht. Insofern ist sich Qüntin sehr treu geblieben, weil er nach wie vor alles genauso gemacht hat wie vorher. Auch bei dem Dreh der Clips hat man ihm die komplette künstlerische Freiheit überlassen.” Den Zwang, sich die Kommerz/Undergrounddebatte anzutun, hat Laurent nicht. Selbstbewusstsein hat er hingegen, dass merkt man ihm an. Ihm ist relativ schnuppe, was zu solch einem Thema gesagt oder geschrieben wird, denn er weiß: “Wir machen, , was wir wollen und haben immer nur dieses Ziel verfolgt. Wir haben keine Lust, uns in eine Schublade stecken zu lassen, und wir wollen die Leute doch auch überraschen. Wenn man von vornherein weiß, wie etwas wird, dann ist das doch langweilig. Wenn jemand unsere Sachen mag, dann ist das gut. Wenn jemand sie nicht mag, dann eben nicht. Wir wollen, dass Leute unsere Platten im Laden stehen sehen und sich anhören, weil sie nicht wissen, was sie erwarten wird. Uns ist lieber, jemand mag die Platte nicht, als dass er sich gar nicht mit unserer Definition von Musik auseinandersetzt.”







Genauso locker, wie er die Verkaufszahlen abhandelt, so ist auch Laurents Firmenphilosophie. Er lehnt sich zurück, um dem ganzen Ausdruck zu verleihen. “Wir sind ein kleines Label, und wenn wir auf Profitabilität aus wären, hätten wir sie achtzig Prozent unserer Tracks nicht herausgebracht. Nein, wir sind keine Haie, das ist nicht unser Style. Wer mit uns arbeiten möchte, soll das tun, wer gehen will, kann auch das tun. St.Germain, ja, der ist gegangen. Wir waren nicht mehr so ganz happy miteinander, und dann hat ihm so ein Label, Blü Note, viel viel Geld geboten. Da ist er gegangen. Das steht ihm aber frei und wenn es ihm um’s Geld ging, dann konnten wir ihm sicher nicht das bieten, was er jetzt bekommt.” Die Trennung von St.Germain hinterließ ohne Zweifel ein Loch im F Com-Roster, aber Eric und Laurent ließen sich davon nicht irritieren. Das Motto „Elektronik ohne Grenzen“ wurde spätestens jetzt zum Programm, denn F Com beschritten gänzlich neü Wege. Zwar war F Com nun seit Jahren kein reines Techno- und Houselabel mehr, aber nun öffneten sich Laurent und Eric völlig neün Einflüssen und Richtungen, wie zum Beispiel afrikanischer Musik à la Frederic Galiano, oder auch instrumentaler Musik mit Gesang: Nova Nova.

Das Programm strotzt vor Vielfalt

Auch heute abend strotzt das Programm vor Vielfalt. Readymade, dessen Name dem Schaffenswerk Marcel Duchamps (einem zur Kunst erhobenen Pissoir) abgeleitet wurde, verwandelt sich in einen Live Act, dessen Aphex-Twin-esken Klänge, sphärische, deepe Houserhythmen, Bleepnoises, die einem Computer War Game entliehen sind und detroitige Flächen im Rahmen der F Com Birthday Party besonders verblüffen. Im Kontrast dazu Llorcas Liveauftritt mit der wunderschönen Vocalistin Lady Bird. Deeper, souliger, Vocalhouse, so voll und rauchig, dass man sich fast reinlegen könnte. Wer aber denkt, dass der prävalente Style des Abends grooviger Downtempo ist, irrt sich. Im Keller nebenan brettert Jori Hulkkonen los, im straffen Tempo gehts von Deep House zu Tech-House, Jori Hulkkonen-Style. Er hat sich übrigens die Haare abrasiert und sieht aus wie acht, aber nicht wie Richie Hawtin, obwohl er neulich im Flughafen mit der Technolegende verwechselt wurde. Dann, nach Joris Set, folgen die Youngsters mit einem Liveauftritt. Mit Keyboard und Gesang knattern die beiden (Gil le Gamin und Olivier M) so geilen Techno rein, dass die Menge explodiert. Sie kombinieren gekonnt Decks und Effekte und spielen hauptsächlich ihre eigenen und Laurents Tracks – das Resultat: vernichtend gut. Laurent ist auch hyperglücklich, dass die beiden mit ihm arbeiten, denn er spielt ihre Platten seit langem und liebt ihren Style. Laurents Set zum Abschluss ist verspielt, mit Hip-Hop und Drum‘n‘Bass-Einschlägen, und die Menge geht mit, liebt jeden einzelnen Ton. So ist das also, wenn man F Com in seiner Vollkommenheit erlebt.







“F Com in kompletter Besetzung versammelt zu sehen ist heutzutage eine Seltenheit,” erzählt Eric stolz: “Jeder einzelne Künstler hat sich mittlerweile schon so etabliert, dass es schwierig ist, ihre Aktivitäten zu bündeln.” Fast noch schwieriger ist es, den Style dieser Artists auf einen Nenner zu bekommen, was eigentlich nicht weiter schlimm ist, außer, dass es heute abend nur zwei Räume gibt, was die Koordination natürlich ein wenig einschränkt. Extra für den “Birthday Bash” versammelt finden sich heute Ludovic Llorca, Readymade, Aqua Bassino, Jori Hulkkonen, The Youngsters, und natürlich Laurent Garnier himself. „Zu sagen, dass es sieben Newcomer-Alben in diesem Jahr gibt, stimmt eigentlich nicht so ganz. Es war zwar so geplant, aber nun werden es nur fünf werden. Das ist auch okay, will man meinen,“ fährt Eric fort. „Ersteinmal wäre da das erste Album von Alexkid, „Bienvenida“. Dann Ludovic Llorcas „Newcomer“. Dann Readymade – „Bold“ – und Aqua Bassino mit „Beats‘n Bobs“. Jori wird auch eins herausbringen, aber er hat ja davor schon vier Alben herausgebracht, also gilt das nicht so ganz. Und das Album der Youngsters kommt im September.“

„Ich überrasche mich einfach selbst“

Auch Laurent will auch wieder ins Studio: “Ich weiß aber noch nicht, was für ein Album es wird. Ich überrasche mich einfach selbst. Ich habe jetzt noch keinerlei Vorstellung, was es wird, aber natürlich werden die Erwartungen hoch sein.“ Das Label, aufgebaut und angeführt mit Fingerspitzengefühl, ist das Produkt vieler enorm engagierter Menschen. F Com ist in den Jahren weltweit bekannt geworden, und zwar durch den Output zahlreicher Artists, die wegen ihres individüllen Styles, der sie von anderen absetzte, gesigned wurden. Jeder der Musiker hier hat Charakter, was sich zu 100 Prozent in seiner Musik widerspiegelt. Keiner gleicht dem anderen. Was sie alle eint ist die Freude an (elektronischer) Musik und die absolute Hingabe zur Produktion der solchen.

Das Geheimnis von F Com ist die unheimlich hohe Qualität, die alle Releases durchweg aufweisen. Auch die Wandlungsfähigkeit des Labels ist sicherlich einer der Gründe, warum F Com in den sieben Jahren seines Bestehens immer noch nichts von seiner Aktualität und Attraktivität eingebüßt hat. Immer knallhart am Rande des Machbarens, haben die Leute bei F Com sich einen Namen dafür gemacht, gute Musik zu produzieren, unabhängig vom Mainstream. Neues zu erforschen und die Limits zu pushen und immer sich selbst treu zu bleiben ist nach Aussage von Laurent und Eric das Motiv. “Es kann Jahre dauern, bis die Leute die Musik endlich verstehen, bis sie sich genug für neü Dinge geöffnet haben,” sagt Laurent. Dieses Jahr touren die F Commers alle solo, zu zweit oder dritt. Die einzige Chance, sie alle nochmal auf einem Haufen zu erleben, ist die Pop Komm in Köln vom 9. bis zum 13. Juli. “Deutschland ist ein schwieriges Pflaster für mich,” meint Connoisseur Laurent zum Abschied. “Die Leute kommen damit nicht klar, dass ich zum Beispiel Hip-Hop und Drum’n’Bass in mein Set einarbeite. Leute, alles was ihr tun müsst, ist mir zu trauen. Ich werde euch schon nicht langweilen! Trust me.”

Katrin Richter

KLinks:
www.fcom.fr
www.theyoungsters.net
www.jorihulkkonen.com


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