29.09.2008

Gunne - Sinusoidal Organic Undulating Lovesongs +++ RL ARCHIVE JUL 08

Ein so schöner Albumtitel darf nicht einfach ungelesen im Nichts verpuffen und wird somit zur Überschrift, da sich somit ja auch gleich auch eines offenbahrt: Das Fantasievolle überholt im Tiefflug potentielle Attacken von Selbstinszenierung, die im Falle von Gunne eher in ein absolutes Understatement mutieren würden. Nicht nur im Zweifelsfalle sollte man einfach auf den Play-Button drücken und sich somit selbst ein Bild machen.


Wer jetzt gerade das Album mit dem fluffig dadaistischen Artwork - ein rosa Fellball schwebt über einem abgeernteten Kornfeld - gerade nicht zur Hand hat, dem helfen vielleicht ein paar erläuternde Worte: „Sinusoidal Organic Undulating Lovesongs“, Gunnesr erster Longplayer, ist ein rundum gelungenes Album. Angenehmerweise macht Gunne, Initiator des Erfurter Speziallabels Lebensfreude-Records (das seinem Namen auch alle Ehre macht) es seinen Hörern nämlich sehr einfach: Er beschränkt sich beim Ausleuchten des elektronischen Soundspektrums mit all seinen Facetten auf jene Elemente, die ihm persönlich am allerbesten gefallen. Und das kann fast alles sein, da er ein musikalisch sehr aufgeschlossener, offener Typ ist und ein angenehmer, fröhlicher Zeitgenosse noch dazu, trifft man ihn doch im Technoclub genauso an wie auf einem Metalkonzert oder gar auf der Bühne eines Punkkonzertes, einen Misfits-Coversong auf seinem Bass klampfend. Insofern macht er es keinem recht außer ihm selbst, und irgendwie doch jedem. Gutgelaunt Paradoxen knackend produziert Gunne Songs, die sich jeder Kategorisierung entziehen und dabei doch immer sehr musikalisch klingen. Ohne, dass eine spezifische Richtung eingeschlagen wird außer Hörgenuss zu spenden. Mit vielen verschiedenen Sängern an Bord. Mal spanischer, mal kambodianischer Herkunft, zufällig auf dem Markt rekrutiert. Ein bisschen dissonant, ein bisschen verträumt. Ein bisschen minimal, ein wenig schön auch. Ein bisschen harmonisch. Und auch ein wenig melancholisch. Sich ein wenig der Logik entziehend. Ein bisschen groovy. Und eben immer hundert Pro Gunne. Wie der Titel schon sagt.

 

Text: Katrin Richter vom Planetkat.com.

 

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