25.07.2008 Andre Crom: Is There A Doctor in The House? +++ RL ARCHIVE 02.08 |
Die Diagnose kommt als Schock: „Sie leiden an Hypersemophosie.“ Oh nein, Herr Doktor. „Nun, keine Angst, Frau Patientin, das lässt sich heilen – es handelt sich um koordinationsstörungsbedingtes Ausdembeat-Tanzen.“ Therapiemöglichkeit: die soeben erschienene „Tomographie EP“. Auf Herz und Nieren durchleuchtet vom XTC-Ray geht es der bald schon wieder taktrein stompenden Patientin gleich viel besser. Keine Szene aus der Schwarzwaldklinik, sondern Techno-Reality pur. Der in Form eines rehäugigen Housearztes reinkarnierte Housefrauenschwarm Doktor Andre Crom, seines Zeichens ehemaliger Raveline-Redakteur (ja, aus uns wird manchmal tatsächlich was, Anm. d. stolzen Autorin) legt mit sanften Händen Sounds auf, denen die Raver vertrauen. Ja, das Musikmedizinstudium zahlt sich doch aus. Da steigt die „Fieberkurve“, Endstation „Reha“ – Momente der Ekstase, die die aktuelle Sender-EP nachzeichnet. Neben seiner berüchtigen Harpune- und Heimatmelodie-Residency hat der mittlerweile in Berlin angesiedelte Essener DJ sich advanced Beat-Doktorspiel-Skills angeeignet und heilt seit 2006 krankende Technohouseaddicts nicht nur auf dem Floor, sondern auch mit eigenen Produktionen, die auf Labels wie Sender, Liebe*Detail, Leftroom und natürlich dem von ihm betriebenen Imprint Heimatmelodie erscheinen. Sowohl alleine als auch mit Tigerskin und anderen Co-Produzenten tüftelt der seit eh und je der Musik mit Haut und Haaren verschiebene Doktor Crom an seinem eigenen Soundrezept und fand auch bald eine Formel, die ihm einen Szenehit nach dem nächsten bescherte: ausgefallene Samples, die die crunchig-techhousigen Beats perfekt ergänzen – im Falle seiner ersten Platte „Notaufnahme EP“ auf Liebe*Detail ein EKG-Peepen, dessen Sound Herzversagen konstatiert und damit für ausgelassenes Zucken auf dem Dancefloor sorgte. Mit einem Stethoskop auf der Keyboard und mit ein paar ruhigen Worten kommt die Devise des handsome Groovemediziners, der mit OFF zur Zeit bereits sein zweites Label launcht, auch nicht ganz so hart „Born To House, Dying To Play“, und so erwarten Patienten mit „Adrenalin“-geschwängerter Spannung die nächsten musikalischen Behandlungen in der Arztserie für Rhythmus-Härtefälle. Neben weiteren Platten vom Chefarzt selbst stehen Releases und Remixe von Stefan Tretau, Marcin Czubala, Tom Dazing, Arnaud Le Texier und vielen weiteren Audiodoktoren auf dem Therapieplan. Da rast der Puls und hüpft das Herz. Diagnose: Doktor Kat at planetkat dot com. KLink: www.myspace.com/andrecrom909 www.myspace.com/andrecrom909 |