20.07.2008

Marc Ashken sucht seine Tanzschuhe... +++ RL ARCHIVE FEB 08













“Have you seen my dancing shoes?” fragt Marc Asken, der neuromantische Englandraver, gleich zu Anfang seines ersten, gleichnamigen Longplayers, der Anfang 2008 auf Leftroom erscheint. Es ist Freitag oder Sonntag, und die Pre- oder Afterhour wird irgendwann irgendwie einfach zum Album. Der wie ein softgewordener Clockwork-Orange-Alex anmutende Londoner Marc, dem man bei einer wilden Eskapade auf dem vom Vollmond beschienenen Dach sein Herz schenken würde, legt mit seinem freimütigen Erstlingswerk ein bewegendes (sic!) Selbstzeugnis hin: Da lachen Freunde, da munkelt er im Dunkeln. Da heulen subliminal Ravesirenen. Dann klingelt das Handy, und der Rest wird dazugedichtet. Dazwischen verliert sich Marc im Moment nokturner Eskapaden.



You know the score. Marc trägt Schuhe zum Tanzen, die er beim Feiern auszieht und hinterher suchen gehen muss. Vermutlich tanzen die Schuhe sogar mehr als Marc, denn Marc fotografiert lieber Freundinnen und Hosenträger im Klospiegel in einer (Dortmunder - ja, wirklich) Clubtoilette. Inspiration zieht er aus seinem Umfeld. „Ich nehme intensive Gefühle wie zum Beispiel Liebeskummer einfach mit. Das ist das vielleicht extrem beschissen, macht aber auch unglaublich kreativ.“ Und so verliert sich der selfdesignende Marc immer weiter im Sumpf der Gefühle und schreibt jetzt sogar Liebesgedichte, die er aber niemals seinen Angebeteten schicken würde.



Und natürlich Musik: Als Shaken macht Marc seit Neuestem dort weiter, wo er als MarcAsken aufhoeren würde. Aus seinem Minimalmashup wird deepster House, der allerdings genauso moved wie die Produktionen, die unter seinem eigenen Namen auf Labels wie Safari Electronique und Fear Of Flying erscheinen. Nach seinem Silvesterintermezzo - zum Feiern mit zwanzig Kumpels nach Berlin geflogen, „mit hunderten von DJs gefeiert“ und den Hass des Hotelpersonals auf sich gezogen (wie soll das auch anders sein, fragt sich auch Marc) - ist Marc, der als rotziger Soz Adams auch auf Esperanza und Archipel in Erscheinung tritt, nun wieder bei sich angekommen und schleudert die nächsten Vibes raus. Nice vibes.



Protokoll: Katrin Richter vom Planetkat.com.

Fotos: Courtesy of Leftroom.





KLink:





www.myspace.com/marcashken



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