21.06.2008

Barem: Noch nie klang Warten so gut +++ RL Archive JAN 08 +++







„Plastikmans Panikattack ist der Track, der mich am allermeisten geprägt hat. Dass Richie mir dann auch irgendwann eine Zusammenarbeit angeboten hat, war für mich das heißerhoffte Zeichen, dass ich von nun an zuversichtlich in die Zukunft blicken kann, denn ich habe zwischenzeitlich schon sehr an allem gezweifelt. Bevor ich damals von Someone Else gesignt wurde, war ich kurz davor, aufzugeben. In Lateinamerika sind die Möglichkeiten sehr begrenzt, und zu dem damaligen Zeitpunkt waren für uns Argentinier noch nicht viele Türen geöffnet worden.

Das hat sich zum Glück geändert.“ Tür beziehungsweise Vorhang auf für Mauricio Barembuem, den 24-jährige Liveartists und Ausnahmeproduzent aus Buenos Aires, der mit Releases auf Someone Elses (Un)Foundsound und Remixen auf Mo’s Ferry, Resopal, Phonocult, Einmaleins und Pariter auf sich aufmerksam machte und mit seinem Signing auf M_nus von sich reden ließ, unter anderem auch, weil seine erste Release auf M_nus lange auf sich warten ließ. „Es galt, etwas abzuliefern, was den hohen Ansprüchen genügte und ins Raster passte“. Nun ist es soweit. Nach einem Intermezzo in Richie Hawtins Studio und tourend seine versierten Livemusikerskills perfektionierend, präsentiert der wie ein gefeierter Fußballer nach Argentinien zurückgekehrte „Messi der Minimalszene“, wie er tatsächlich liebevoll genannt wird, endlich seine heißersehnte erste EP, die dann auch passenderweise augenzwinkernd „Never Better Than Late“ heißt.

Der dunkle, kraftvolle, reduzierte Sound voller düster flüsternder Vocals und geenvelopten Reverbs, der mit einer Emphasis auf Latin-beeinflussten, pitchgeshifteten Percussions mit unterschwellig-elegant schwingenden Shuffle für Bewegung auf dem Dancefloor sorgt, aber auch fast schon melancholisch klingende Elemente aufweist, ist eine gestochen scharfe M_nus-Momentaufnahme: betontunnelig trocken trist treibend, unter- und überirdisch, technisch avanciert und futuristisch wird in jeglichem Sinne das Erbe von Plastikman angetreten, dessen Maschinenseelen-Essenz in allen Details weiterlebt. Auch in Barem, der komplett im M_nus-Artist-Dasein aufgeht. „Mein größter Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Nun fehlt nur noch, dass Argentinien wieder Weltmeister wird“, resümmiert der glückliche Barem.

Text und ganzes Interview: planetkat dot com.
Photos: Courtesy of M_nus.
http://www.myspace.com/barem_


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