01.10.2006

Dave Shokh: This is Shokh’n’Roll, Baby! +++ RL ARCHIVE JUN 03








Sein Style klingt fresh und unverbraucht: Unbeeindruckt von ungeschriebenen Konventionen, die die hiesigen Dancefloors dominieren, sampelt sich Dave Shokh sein Material zusammen und hat dabei weder Hemmungen noch Berührungsängste, was Genregrenzen und Styleschubladen betrifft: Treuherzig findet er eine Erklärung für seine Offenheit und klingt dabei ein wenig resigniert: “Ich bin mit Sunshine Live großgeworden. Da blieb mir nichts anderes übrig, als auf die einzige Alternative auszuweichen, die es in dieser Stadt im Überfluss gab: HipHop.” Seinen ersten Vorstoß in die Welt des Musikbusiness war laut Shokh, der unter dem Namen Shaved Dogh auch HipHop produziert, enttäuschend: “Ich habe für einen Kumpel eine Trancenummer produziert und natürlich nie einen Pfennig dafür gesehen.” Von ganz anderer Natur war seine Begegnung mit dem Berliner Hinterhof-Technolabel-Gründer Emerson. “Die Jungs von Kiddaz sind echt total in Ordnung. Denen geht es nicht nur um’s Geschäft.” Warum Daves Demotape ausgerechnet hier gelandet ist, klingt schon fast absurd: “Ich kannte Kiddaz.fm überhaupt nicht. Emerson hat direkt nach mir aufgelegt, als ich in Halle gespielt habe. Das war alles.” Vielleicht lag es an Emersons dicken Grinsen, auf jeden Fall wusste Dave in just diesem Moment: “Dem Typ gibste jetzt mal dein Zeug.” Keine zwei Tage später rief Emerson an – ein Shohk’n’Roller-Traum wurde Wirklichkeit: “Zunächst wollte er meinen Track ‘Shokh’n’Roll’ für einen Viertrack-Vinyl-Sampler namens ‘Spread The Groove Vol.3’.” Aber dabei blieb es nicht: Emerson hatte auch Interesse an den anderen Tracks, und da er sie alle einzigartig fand, entschloss er sich kurzerhand, den Debüt-Longplayer auf seinem Label herauszubringen. “Na klar musste ich an der Reihenfolge noch ein wenig rumbasteln, aber im Grunde genommen waren die Tracks schon fertig, als ich dem Emerson meine Promo-CD in die Hand gedrückt habe.” Es hat sich gelohnt. Auf “Shokh’n’Roll” – ganz Guns’n’Roses – lächelt zwar passenderweise ein auf einem Bett aus Rosen gebetteter Totenkopf, aber wer knarrende E-Gitarren und whiskygeschwängerten Raspelröhren-Gesang erwartet, wird hier zum Glück enttäuscht. Frech kickende Technobeats, fättä HipHop-Samples, lebendige Basslines, oldskoolige Acidanleihen, UK-Hardcorestabs, dörty Ghettotech-Referenzen und jackender Gören-Elektro lassen die Schwarte krachen, während die Genregrenzen gesprengt werden und sich die Fragmente prasselnd auf dem kochenden Dancefloor verteilen.

Text: Katrin Richter. Thanx: Holgi & Kiddaz.fm

KLink:
www.kiddazfm.de/artists/bio_dave_shokh-sp.htm

Newsletter PlanetFriends CONTACT