01.03.2006

RL ARCHIVE OCT 04 +++ As One: Kirk Degiorgios Reise ins Licht







Die Umsiedelung seiner jungen Familie ins heimatliche Ipswich an der Ostküste Englands wirkte sich positiv aus, und so glänzt “Out of Darkness” mit futuresouligen Offbeathouse-Anleihen, die “Hope” machen, relaxten Hiphop-Referenzen und funky Boogieinfusionen, die seinen detroitig-seelenvolles Futureretro-Timbre um einige Nuancen verfeinern. Kirk Degiorgios Sound, mit dem letzten As-One-LP-Titel ziemlich treffend mit “21st Century Soul” umschrieben, vereint Gegensätze – das begeisterte Schwelgen in den analogen Sounds der Vergangenheit korreliert mit der absoluten Vernarrtheit in moderne Produktionsansätze:” Ich liebe alles, was im letzten Jahrhundert entstanden ist. Die warmen und organischen Sounds, die seit den frühen Achtzigern so wenig verbreitet sind, machen alte Platten zu etwas Besonderem, zumeist wegen ihrer ausgezeichneten Aufnahmetechnik – alten Mikroprozessoren, EQs und Kompressoren. Allerdings bin ich weder faul noch doof, also würde es mir nie in den Sinn kommen, die alten Zeiten völlig unhinterfragt wieder auferstehen zu lassen.” Seine Liebe zu alten Jazz-, Soul-, Funk-, Rare-Grooves und Techno-Legenden wie Herbie Hancock, dessen “The Spook Who Sat By The Door” sich als frei interpretierte “Love Theme”-Version auf “Out of The Darkness” wiederfindet, Sun Ra, Roy Ayers und Carl Craig bricht dennoch immer wieder durch, wie auch das Weldon-Irvin-Cover “I Love You” beweist. Wenn Kirk sich mit Waldorf, Minimoog und Konsorten auf soulig-klangreiche Offbeat-Exkursionen begibt, die ihn in die futuristischen äußeren Orbits unseres Musiksystemes führen, ist er in seinem Element, und ganz besonders bei Tracks wie “Sanctified” scheint der wahre As One durch, der sich selbst als eine “außenstehende Kraft, die konstanten Wechsel und Experimente” forciert, bezeichnet. Musikalische Grenzen gibt es für den Engländer nicht: “Meine Kompositionen sind immer zukunftsweisend, weil ich mich nie wiederhole, über kommerzielles Potential nachdenke oder darüber spekuliere, ob meine Musik im Club funktioniert.”

Text: Katrin Richter

Link:
www.ubiquityrecords.com/kirk_degiorgio.html

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