23.08.2005 RL ARCHIVE JAN 04 +++ Sami Koivikko: Knakki Salmiakki |
Zum Glück kommt der Output der Randgruppen-Minimalbleep-Groove-Finnen besonders bei den experimentalfreudigen Deutschen gut an, und so hat auch der aus dem nordfinnischen Oulainen stammende 24-jährige Produzent Sami Koivikko in Deutschland ein Zuhause für seinen reduziert funkig-harmonischen Output gefunden. Untergekommen ist er 2001 bei einem ihm bis dahin unbekannten Label, dem Berliner Farz-Imprint Shitkatapult, dessen Betreiber, die Herren T.Raumschmiere und Apparatschik, ja bekanntlich für alle Spielarten der elektronischen Scheiße zu haben sind.. In kurzer Folge erschienen dort noch im gleichen Jahr drei EPs namens “Kut Pulatin Vol 1” bis “Vol. 3”. Sami begann bereits in der Vorschule zu musizieren, arbeitete sich über diverse Blasinstrumente wie der Oboe zu seinem ersten Synthesizer vor, um mit dem Eindringen in elektronische Sphären die Limits der klassische Musik endgültig hinter sich zu lassen. Zwei Jahre nach dem Erscheinen der “Kut Pulatin”-Trilogie kommt nun endlich Samis Debütalbum “Salmiakki”, benannt nach dem traditionellen, Salmiakpastillen der Finnen, raus. Das Warten auf die zehn Tracks – von denen es allerdings nur acht auf der Vinylversion geben wird – hat sich gelohnt, denn die Tracks des Albums, denen allesamt eine schwebende Klarheit gemein ist, sind nicht nur hervorragend sauber produziert, sondern auch äußerst tanzbar. Seinen Sound beschreibt Sami, der mittlerweile auch schon eine EP auf Festplatten herausgebracht hat und nun auch tatsächlich schon in Berliner Clubs live hinter seinen Maschinen gesichtet worden ist, selbst als “weiche Soundlandschaften, angereichert mit Geräuschen, die eine gewisse Originalität besitzen müssen, verziert mit ein paar netten Klonks und Klanks. Das Ganze darf nicht zu abstrakt und experimentell werden, sondern muss in seiner Minimalität immer äußerst tanzbar bleiben.” Einfluss auf seinen Style nahmen dabei Detroiter Minimalisten wie Robert Hood, finnische Abstrahierer wie Mika Vainio von Pan Sonik und Verfechter der Kölschen Knarzschule à la Wolfgang Voigt. Tatsächlich, die knusprige und deepe Atmosphäre voller pulverig-schaffeliger Knackigkeit locken dank ihrer Lieblichkeit selbst unterkühlte Nordlichter aus der Reserve. Neulich ist Sami, der in Oulu an der Universität Informationstechnik studiert hat, ins südliche Tampere umgezogen, weil er eigentlich “die Kälte nicht abkann”. Hier ist es doch tatsächlich im Schnitt ein halbes Grad wärmer. Txt: Katrin Richter. Px: some website. Thnx: Katrin H. Lnk: www.ee.oulu.fi/~sakoivik www.shitkatapult.com |