11.08.2005

RL NEW JUL 05 +++ Hate The Player And The Game: Fünf Dinge, die man über Bryan Zentz wissen sollte







Dubtechno

Der seit dem sechzehnten Lebensjahr hinter den Plattentellern anzufindende Amerikaner war schon immer von der Idee fasziniert, die verschiedenen Styles, die ihn persönlich stark beeinflusst haben – sei es House und Techno oder eben Dub und Techno –, miteinander zu kombinieren: “Ich bin ein riesiger Fan, und deswegen versuche ich seit langem, ein wenig Dub in meine DJ-Sets mit einfließen lassen. Ich liebe es, zum Beispiel einfach einen Mad-Professor-Track mitten in meine Sets einzubauen. Eine Menge Dub ist genau im Halbtempo von Techno, man kann die Styles also super mixen, und viele Elemente der elektronischen Musik lassen sich von Dub ableiten. Ich wusste von Anfang an, dass ich den Scientist-Track dabeihaben musste. Danke an Monoid, die die Lizenzierung durchgepuscht haben. Ich hoffe, die Technoheads stehen drauf und checken deswegen vielleicht noch ein paar andere Platten in der Richtung aus.”

Basic Channel

Die Basic-Channel-Platte, “Phylyps Trak II”, hat seit seinen ersten Tagen als DJ niemals seinen Plattenkoffer verlassen dürfen. Auch, weil Basic Channel einen riesigen Einfluss auf die Art und Weise, wie Bryan Musik empfindet und produziert, hatten: “Die Jungs sind echte Innovatoren und haben mich total beinflusst. ‘Phylyps II’ sagt in seiner Einfachheit so viel, und er funktioniert in jeder Situation. Basic Channel schaffen es mit einer Konsistenz, eine gewisse Ästhetik in ihre Sounds zu erhalten, und dem Sound damit einen ganz eigenen Look, wenn nicht sogar Mystique, zu geben.”

Bad Brains

Er ist ein echter Bad Brains Fan und macht sich zur Zeit ernsthafte Sorgen wegen des Sängers der Band, HR, der angeblich den Verstand verloren haben soll. “Ich habe Bad Brains letztes Jahr endlich mal in vivo erleben dürfen und war natürlich extrem gespannt. Doch HR hat eingentlich kaum gesungen, sondern stand ein Großteil des Gigs nur entrückt grinsend auf der Bühne. Ich und ein Großteil der Leute waren ziemlich enttäuscht und geschockt. Ich hoffe, er kriegt es noch auf die Reihe. Seine Stimme ist doch einzigartig, oder nicht?”

Disruptor

Im letzten Jahr rief Bryan – nach zahlreichen Releases auf so renommierten Labels wie Rotation, Felix Da Housecat's Clashback, Primate und Jericho – sein erstes eigenes Plattenlabel ins Leben: Disruptor. Eine Mischung aus Sounds, die ihre Roots in Detroit, Jamaica und New York haben. Auf Disruptor bringt Bryan all seine Einflüsse und Interessen zusammen, sei es Dubreggae, Streetart und seine heißgeliebte Hardcore-/Skatepunk-Ästhetik, und mischt mit dieser einzigartigen Kombination wieder ganz vorne mit: “Disruptor ist im Grunde genommen einfach nur ein Outlet für meine eigenen Produktionen, die hundertpozentig mir entsprechen, weil ich den ganzen Prozess in der Hand habe. Der Vibe: Techno mit einer dreckigen, organischen Komponente, sowie Dub, HipHop und so weiter. Wer weiß, was das noch wird, es könnte zu etwas ganz anderem mutieren. Mal gucken.”

The Thrill Kill Kult

Und was verbirgt sich hinter dem Thrill-Kill-Kult-Remix “Waiting For Mommy”, der auf Red Ant erschienen ist? “Wenn ich morgen sterbe, dann kann ich mich wenigstens rühmen, dass ich Thrill Kill Kult remixen durfte! Ich war deswegen echt aufgeregt. Ich fahre seit Ewigkeiten total auf sie ab, und als Pete Bones von Red Ant Records mit mir in Kontakt getreten ist, bin ich fast aufgeflippt vor Freude. Und als dann Groovie Mann vom Thrill Kill Kult gesagt hat, dass er auf meinen Remix steht, gab es kein Halten mehr. Das war das Aufregendste, was mir in der letzten Zeit passiert ist. Und sonst? Als Forlorn habe ich ein paar Sachen produziert, die jetzt auf Gourmet Recordings rauskommen. Der Style? Acidhouse meets Industrial Funk. Dann eine neue Platte auf Intec, eine Kollaboration mit Ken Ishii und eine neue Dispuptor, komplett mit W Mazi und Joel Mull. Ich würde gerne ein neues Album machen, aber das würde wohl nicht in Richtung Dancefloor gehen. Ich bin insgesamt ein wenig langsamer geworden.”

Words und Interview> Katrin Richter

Links:
www.intecrecords.com
www.monoid-recordings.com


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